Freddy (basierend auf einer Idee von D.T.).

Geschichtsstunde. Sezessionskrieg. Stinklangweilig. Bis auf die immer zwei gleichen Streber ist keiner der Schüler motiviert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und dann noch das neu auferlegte Handyverbot!

Freddy rutscht nervös auf seinem Stuhl hin und her. Er spürt die Hummeln im Hintern, will raus auf die Strasse zu Ziggy und seinen Homies. Was geht ihn den ganzen vergangenen Südstaaten-Kram überhaupt an. Lieber will er einen fetten Joint rauchen und sich danach mit Chips und Mayo-Broten vollstopfen. Wenn er jetzt rausläuft, dann ist seine Karriere an dieser Schule beendet. Erst letzte Woche ging der Brief vom Schulamt an seine Eltern. Er beginnt zu schwitzen. Dann ergreift er in seinem Rucksack den Revolver. Sein Grossvater hat ihm den alten Colt zu seinem 14. Geburtstag geschenkt. Kurz darauf ist Grossvater gestorben.

Noch ein Wort, denkt Freddy. Noch ein verdammtes Wort. Er zieht die Waffe aus dem Rucksack. Doch der Revolver verfängt sich im verknoteten Gummizug seiner Turnhose. Verdammt, denkt Freddy. Hebt den Kopf und sieht in Miss Brandys kalte Augen. Sie weiss es. Mit einer unerwarteten Eleganz hechtet sie hinter das kugelsichere Lehrerpult und zieht bereits im Fluge ihre Glock aus dem Schaft ihres linken Absatzstiefels. Plopp. Ein hochpräziser Kopfschuss. Freddy kippt vom Stuhl. Der Rest der Klasse atmet erleichtert auf. Miss Brandy drückt auf den roten Knopf neben der Wandtafel und das Team des Schusswaffenkommandos rückt nach wenigen Minuten an, um den toten Freddy abzutransportieren.

Nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei. Die zwei Streber öffnen die Fenster, die Geschichtsstunde wird fortgesetzt.