Der Frutarier.

Einmal war im Internet
ein unbekannter Mann.
Er erschien mir äusserst nett,
so schrieb ich ihn halt an.

Seine Antwort höchsterfreut,
und auch in schönstem Worte —
nein, ich hab mich nicht gescheut,
er schien von bester Sorte.

Wir tauschten flugs die Nummern aus,
begannen uns zu schreiben —
er hiess Johann oder Klaus
oder keins von beiden.

Bald schrieben wir uns jeden Tag,
am Morgen und am Abend,
so wusst’ ich, dass er Äpfel mag,
doch nur an graden Tagen.

An den andern ass er Birnen
und Sonntags Aprikosen.
Kirschen auch, gern frisch vom Baum,
den Pfirsich nur aus Dosen.

Ein Frutarier, wie mir schien,
einer der ganz schweren.
Wie es mit ihm weiterging?
Er begann zu gären.

Bild: Brandon Farley