Anruf an mein Ich.

Ja, hallo, hier ist dein ich.

Oh! Du da? Das gibts doch nicht!
Hast du Zeit, darf ich kurz stören,
kannst du mich denn auch gut hören?
Ich hätte da drum ein paar Fragen.
Hach, wie soll ich’s dir nur sagen?
Es tut mir auf der Seele brennen
und anstatt in die Wand zu rennen,
dacht ich mir ich ruf dich an,
vielleicht gehst du ja heute ran.

Bist du das Ich welches mich führt,
bestimmt was wann mein Herz berührt,
mich ärgert und zum Lachen bringt,
mich stärkt und in die Knie zwingt,
die Worte in den Mund mir legt,
mir ständig die Gedanken dreht?
Hältst du, mein Ich, mich in der Hand?
Fährst du den Karren an die Wand?
Bis du allein, mein einzig Ich?
Jetzt mal ehrlich, liebst du mich?

Hallo? He! Bist du noch dran?
Ich hör dich nicht, mir wird ganz bang!
Hast du klammheimlich aufgehängt,
unsere Verbindung abgeklemmt?
He! Du, mein Ich, das geht so nicht,
ich finde dich grad widerlich!
Wie soll ich denn ein Ich ertragen,
das sich drückt vor meinen Fragen?
Ich ruf dich später nochmals an,
und wehe dir, du gehst nicht ran.