Schlafstörungen, Lieblingsworte und eine tote Insel.

Heute Morgen bin ich sehr früh aufgewacht. Um 05:00 Uhr. Das soll uns keinesfalls beunruhigen, denn ich schlief gestern auch sehr früh ein. Jetzt ist es 06:47 Uhr und ich sitze mit meinem Computer im Bett, neben mir dampft ein Kaffee und ich beginne zu schreiben.

Zwischen 05:00 und 06:47 Uhr kam mir so Einiges in den Sinn. Ich musste mir Notizen machen damit das Gedachte nicht verloren ging. Jeder Gedanke erschien mir äusserst wichtig und ich wollte ihn sofort in einem neuen Beitrag verwerten.

Zuerst dachte ich über mein Schlafverhalten nach. Seit längerer Zeit erwache ich mitten in der Nacht. Ich schlafe nur noch selten durch. Das stört mich nicht, denn in diesen schlaflosen Stunden bin ich oftmals sehr kreativ. Eigentlich sollte ich dann aufstehen und schreiben. Das widerstrebt mir jedoch ein wenig, denn ich glaube, dass nächtliches Schreiben den schrulligen Schriftstellern vorbehalten ist, die dann am Tag schlafen. Oder trinken. Das bin ich ja nicht. Ich glaube jedoch den Grund zu kennen für mein nächtliches Erwachen. Es ist das Konzentrat des Erlebten vergangener Tage, Wochen und Jahre, welches mich in’s Bewusstsein drängt. Oder es sind die Hormone. Oder die schwache Blase.

Heute Morgen also war die Frage nach der Bedeutung von Coolness sehr präsent in meinem Geiste. Das kam wohl daher, dass ich ursprünglich von meinen Surfferien berichten wollte. Die Geschichte hätte irgendwie so begonnen: Es gibt zwei Dinge, die fand ich mein Leben lang immer total cool, nämlich Snowboarden und Surfen. Doch ich blieb beim Wort «cool» hängen. Was bedeutet «cool» eigentlich ganz genau? Ist das überhaupt ein Deutsches Wort? Ist «cool» eine Charaktereigenschaft wie zum Beispiel impulsiv, unnahbar, romantisch, loyal? Oder ist es ein Lifestyle? Ich musste es im Internet nachschlagen:

Der Begriff wird einerseits zur saloppen Bezeichnung einer besonders gelassenen oder lässigen, nonchalanten, kühlen, souveränen, kontrollierten und nicht nervösen Geisteshaltung oder Stimmung genutzt. Andererseits ist cool ein jugendsprachliches Wort zur Kennzeichnung von als besonders positiv empfundenen, den Idealvorstellungen entsprechenden Sachverhalten, ähnlich wie „geil“.

Menschen, Marken und Produkte gelten dann als cool, wenn sie ihre Ziele oder Attribute auf ihre ganz eigene kreative Weise verwirklichen und zur Schau stellen – und zwar so, dass sie dabei keine moralischen Grundsätze verletzen.

Cool, oder? Dann dachte ich über Sprache, Wortverliebtheit und Lieblingsworte nach. Und landete gedanklich (erneut) beim Anus. Mit Anus kann man lustige Wortspiele machen: Völlig anuslos betrat sie die tote Insel. Und wunderbar poetische Reime: Beim Besteigen seines Kanus, schmerzte ihm der Anus. Zurzeit bin ich jedoch verliebt in das Wort «Strapazen». Nicht dass ich es sehr oft brauchen würde, ich finde es einfach so toll! Es passt phonetisch perfekt zu seiner Bedeutung. Dieses zweite «A», geschmeidig und dehnbar wie gut trainierte Sehnen und dann das fiese «Z», stechend, wie vom Wind über die Haut getriebene Sandkörner.

Ich möchte die Geduld des Lesers hier jedoch nicht weiter mit meinen Lieblingsworten strapazieren, sondern zum Schluss noch kurz eine Zusammenfassung des ursprünglich geplanten Beitrags über meine Surfferien auf der toten Insel schreiben:

Fuerteventura ist eine bodenlos hässliche Insel. Furztrocken, ausladend, tot. Ich weiss, Inseln können nicht sterben, sie gehen unter. Aber Fuerteventura bildet da echt eine Ausnahme. Der einzige Grund seine Zeit dort zu verbringen ist die Liebe zum Wind- und Wassersport. Oder eine Hauterkrankung. Aber damit geht man ja ans tote Meer und nicht auf die tote Insel. Also. Ich wollte dort surfen, bin jedoch am Ersten meiner zehn geplanten Kurstage panisch vom Brett gesprungen und mit dem linken Fuss äusserst unglücklich auf dem Sandboden gelandet. Der Fuss war dann verstaucht und der Surfkurs zu ende. Und die Moral von der Geschicht: von fahrend Ding du springe nicht!