Schlafstörungen, Lieblingsworte und eine tote Insel.

Es ist 06:47 Uhr und ich sitze mit meinem Computer im Bett, neben mir dampft es aus einer Tasse Kaffee und ich denke über mein Schlafverhalten nach. Seit einiger Zeit erwache ich mitten in der Nacht. Das stört mich nicht, denn in diesen wachen Stunden bin ich oftmals sehr kreativ. Aufzustehen um zu Schreiben widerstrebt mir jedoch, denn ich glaube, dass nächtliches Schreiben denjenigen Schriftstellern vorbehalten ist, welche am Tag schlafen oder trinken.

Meine Gedanken drehen sich nun um Sprache, Wortverliebtheit und Lieblingsworte. Zurzeit gefällt mir das Wort «Strapazen». Nicht dass ich es sehr oft brauchen würde, ich finde es einfach toll, denn es passt phonetisch perfekt zu seiner Bedeutung. Dieses zweite «A», geschmeidig und dehnbar wie gut trainierte Kreuzbänder und dann das fiese «Z», stechend, wie vom Wind über die Haut getriebene Sandkörner.

Und in diesem Zusammenhang nun doch noch eine kurze Zusammenfassung meines geplanten Essays über meine Surfferien in Fuerteventura: Am Ersten meiner zehn eingeplanten Kurstage bin ich panisch vom Surfbrett gesprungen und verletzte mich am Sprunggelenk. Fuerteventura ist eine bodenlos hässliche Insel, vertrocknet, ausladend, tot. Der einzige Grund seine Ferien dort zu verbringen ist die Liebe zum Wind und Wassersport.

Frühlingsputz.

Vor langer Zeit beim Frühlingsputz
da fand ich einen Schniedelwutz.
In einer Ecke ganz versteckt,
fast unsichtbar mit Staub bedeckt
lag er vor mir in grösster Not,
welch schrecklich Anblick er mir bot!

Es ergab mir keinen Sinn.
Wie kam der Schniedelwutz dorthin?
Und warum lag er dort allein?
Das konnte doch nicht wirklich sein!
Und plötzlich dacht ich ganz entsetzt:
Mann hat ihn bei mir ausgesetzt!

Was soll ich tun mit diesem Wicht?
Der Schniedelwutz gehört mir nicht!
Doch liegt er da, allein und schwach,
die Haut ganz fahl, die Atmung flach,
ich muss ihm helfen, so ein Mist,
auch wenn es nicht mein eigner ist!

So hol ich ihn aus seiner Ecke
bette ihn auf eine Decke,
rede ihm beruhigend zu
versprech, dass ich nichts Böses tu,
ich wünsch dass es ihm besser geh,
er von selbst bald wieder steh.

Der Schniedelwutz kommt schnell zu Kräften
dank frischer Luft und grünen Säften.
Heut folgt er mir auf Schritt und Tritt,
und hilft sogar beim Putzen mit.
Er ist mein allergrösstes Glück,
ich hoff Mann will ihn nie zurück!