Die Tiefhalsen-Technik.

Dieser Beitrag ist nicht jugendfrei. Wer intime Themen scheut darf am Ende dieser Warnung keinesfalls weiterlesen.

Nein, Tiefhalsen ist nicht der Name eines kleinen Bergdorfs im Süden, sondern die aus stilistischen Gründen wörtliche Übersetzung eines englischen Begriffs. Erst kürzlich wurde ich mit der Technik des Tiefhalsens konfrontiert als mir jemand davon erzählte. Es versteht sich von selbst, dass ich beim Zuhören allwissend lächelte, so als würde ich nichts lieber tun als den ganzen Tag mit Tiefhalsen zu verbringen. Doch dann, bei der erstbesten Gelegenheit, rannte ich auf die Toilette und googelte den Begriff. Und dort, auf dieser traurigen Toilette, gab mir das Internet Dinge preis die mich leer schlucken liessen.

Später dann komme ich ins Grübeln. Muss ich die Technik des Tiefhalsens erlernen? Gibt es unter meinen Freundinnen, Verwandten, Bekannten oder in meiner Pilates-Klasse solche Tiefhalserinnen? Und wenn ja, wie versiert sind sie? Und würde mir das Beherrschen dieser Technik in meinem Alltag viele Vorteile bringen? Oder beim Sport? Ich stelle mir zum Beispiel vor, wie schnell ich als geübte Tiefhalserin einen ganzen Energie-Riegel oder eine Banane einfach schlucken könnte! Wir alle wissen doch, dass das Kauen bei erhöhter Herzfrequenz etwas wirklich Lästiges ist. Man schnappt verzweifelt nach Luft, verschluckt sich, hustet. Als Tiefhalserin wäre ich also eindeutig im Vorteil. Gäbe es weitere Nutzen? Würde es vielleicht die Partner-Suche erleichtern? Gar für eine langfristige Beziehung garantieren? Mein Selbstbewusstsein stärken?

Dann lese ich die Anleitung zum Tiefhalsen-Training, unter anderem die Aufzählung der gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen. Und damit sind alle meine Fragen auf Anhieb beantwortet. Ich ergänze meine Liste der Dinge, welche ich nicht können muss weil sie mir keine Vorteile bieten, mit «Tiefhalsen». Direkt unter den Einträgen «Mit der Zunge die Nasenspitze berühren» und «Einrad fahren».