Ausflug nach Tiefhalsen.

Achtung, dieser Beitrag ist nicht jugendfrei. Er geht unter die Gürtellinie. Wer intime Themen scheut und der unfeinen Lektüre nicht zugeneigt ist, darf am Ende dieses Absatzes keinesfalls weiterlesen. Damit solche Beiträge in Zukunft sofort erkannt und ignoriert werden können, sind sie speziell gekennzeichnet.

Tiefhalsen. Das ist nicht der lustige Name einer Ortschaft wie zum Beispiel Schwaderloch. Nein, Tiefhalsen ist eine Technik, welche man beim Sex anwendet. Anwenden könnte. Aus stilistischen Gründen sowie der drohenden Zensur durch Facebook und weil möglicherweise nun doch Kinder oder sensible Menschen mitlesen, habe ich den englischen Begriff ins Deutsche übersetzt.

Kürzlich wurde ich mit der Technik des Tiefhalsens konfrontiert. Jemand hat mir davon erzählt. Es versteht sich von selbst, dass ich beim Zuhören mein allwissendes Lächeln aufgesetzt habe. Als würde ich nichts lieber tun als den ganzen Tag tiefhalsen. Doch dann, bei der erstbesten Gelegenheit, bin ich auf die Toilette gerannt und habe den Begriff gegoogelt. Ich hatte schon eine Ahnung davon. Es gibt einen Film mit diesem Titel, doch den habe ich nie gesehen. Und mir fehlten die technischen Details. Dort, auf der Toilette sitzend, gab mir dann das Internet Dinge preis, die mich aufwühlten.

Ich kam ins Grübeln. Nicht wegen des Internets. Musste ich die Technik des Tiefhalsens erlernen? Gab es unter meinen Freundinnen, Verwandten, Bekannten, Arbeits- oder Pilates-Kolleginnen noch mehr solcher Tiefhalserinnen? Und wenn ja, wie versiert würden sie wohl sein? Und wie steht es mit Schalterbeamtinnen der SBB? Und würde mir das Beherrschen dieser Technik im Alltag Vorteile bringen? Oder beim Sport? Ich stellte mir zum Beispiel vor, wie schnell ich als geübte Tiefhalserin einen ganzen Energie-Riegel oder eine Banane einfach schlucken könnte! Wir alle wissen doch, dass das Kauen bei erhöhter Herzfrequenz etwas ganz Lästiges ist. Man japst nach Luft, verschluckt sich, hustet. Als Tiefhalserin wäre ich also eindeutig im Vorteil gegenüber meiner Läufer-Konkurrenz. Gäbe es weitere Nutzen? Würde es vielleicht die Partner-Suche erleichtern? Gar für eine langfristige Beziehung garantieren? Über meine Charakterschwächen hinwegtäuschen? Mein Selbstbewusstsein stärken?

Dann las ich die Anleitung wie man sich die Technik des Tiefhalsens antrainiert. Als nächstes eine Aufzählung der gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen. Und damit wurden alle meine Fragen auf Anhieb beantwortet. Ich verliess die Toilette und kehrte zu meiner Gesellschaft zurück. Zu Hause ergänzte ich dann meine Liste der Dinge, welche ich nicht können muss, weil sie mir keine Vorteile bieten mit «Tiefhalsen». Direkt unter «Mit der Zunge die Nasenspitze berühren» und «Einrad fahren».

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