Kompass im Bein.

Manuel nimmt Wetterhochs als Vibrationen am Hinterkopf wahr. Moon hat Sensoren in den Füssen und spürt Erdbeben. Neil kann dank einer Antenne, die mit seinem Schädel verwachsen ist, Farben hören. Neil und Moon liessen sich auch noch Teile von einem Kompass in ihren Körper implantieren. Das taten sie öffentlich, in einem Club in Barcelona und in den sozialen Medien. Logisch, die Botschaft soll gehört werden: Zukunft, Hoffnung, Trost in einer Welt, in der viele Arbeitskräfte irgendwann durch Roboter ersetzt werden. Ein Versprechen, ein neues Zeitalter für die menschliche Spezies. So in etwa stand es kürzlich in einer Sonntagszeitung. Nach der Lektüre dieses Artikels stieg ich in Wägelchen Nummer 666 auf der Achterbahn der Gefühle und drehte genauso viele Runden bis mir sehr schlecht wurde. Ich übergab mich mehrmals. Doch nun geht es mir wieder gut.

Obwohl mir als Kind nur schon beim entferntesten Gedanken an Roboter und Weltall der Frack zu sausen begann, finde ich sie gut, diese Verschmelzung von Mensch und Maschine. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir die Grenzen des medizinisch Notwendigen sprengen und unsere Körper für die digitale Zukunft aufrüsten. Hörgeräte, Herzschrittmacher, falsche Hüftgelenke, etc. sind notwendig und von hohem Nutzen. Aber sie machen uns noch lange nicht zu einem gleichwertigen Ersatz für die Roboter, welche unsere Jobs klauen und haben auch einen recht tiefen Spass-Faktor. Apropos Spass: Neil stört es sehr, wenn betrunkene Frauen an seiner Antenne ziehen.

Es gibt übrigens auch in der Schweiz sogenannte Cyborgs oder Transhumanisten. Mike zum Beispiel, der einen Magnetchip in der Fingerkuppe hat. Damit kann er die Tür ins Fitnessstudio öffnen, sein Handy entsperren, Telefonnummern speichern und Büroklammern im Stehen aufsammeln. Auch seine Katzen sind gechippt. Leider konnte ich nicht herausfinden womit, respektive wofür.

So, und hier nun ein paar ausgewählte Ideen für nützliche technische Erweiterungen an meiner eigenen Persona. Sie werden mir wohl keinen Arbeitsplatz sichern, jedoch sehr viel Spass bereiten:

Der externe Magen.
Funktioniert wie eine externe HD. Einfach einstecken und Weiterfressen.

Das Augen-Licht.
Kein Streit mehr im Bett weil das Nebendran wegen dem Leselicht nicht einschlafen kann. Unentdeckt im Dunkeln Pornohefte lesen. Nie mehr nach Lichterlöschen am Schlüsselloch rumfummeln. Sex bei Dunkelheit zur Freude von Frau und Mann (ah, ihr wisst schon …!).

Der Hirn-Akku.
Schaltet sich ein, sobald die Denkleistung aufgrund von Übermüdung, Alkohol- oder Drogenrausch nachlässt oder leider Gottes einfach in unzureichendem Masse vorhanden ist. In verschiedenen Stärken erhältlich.

Die Deo-Drüse.
Wird in der Achselhöhe implantiert und versprüht beim ersten Anzeichen von Schweiss-Gestank einen angenehmen Blümchen-Duft. Duftnote jederzeit anpassbar. Könnte auch Pheromone verströmen.

Die Roll-Füsse.
Ausfahrbare kleine Räder, wie wir sie bereits an Kinder-Turnschuhen gesehen haben. Für alle die das Laufen satthaben und sich nicht mit Fahrrädern oder Rollbrettern rumschlagen möchten. Einfach ausklappen und elegant durch die Stadt rollen. Und hier täte sich dann auch gleich ein neuer Markt auf, nämlich derjenige für Roll-Fuss-Schuhe.

Wie würdet ihr euch erweitern?

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