Der Pinguin.

Einmal treffe ich einen Pinguin. Es ist reiner Zufall, denn der Pinguin lebt nicht hier. Er ist nicht sehr gross, dieser Pinguin. Ich kenne mich mit Pinguinen nicht so gut aus aber ich vermute, er gehört zu einer neuen Gattung seinesgleichen. Auch Pinguine entwickeln sich weiter. Wohl sieht er aus wie ein ganz normaler Pinguin aber sein Verhalten ist meines Erachtens atypisch. Zum Beispiel mag er kein kaltes Wasser. Obwohl ich immer dachte, dass ein Pinguin nichts lieber tut, als sich möglichst oft ins Eiswasser stürzen. Mein Pinguin ist auch kein Herdentier sondern ein Einzelgänger. Er hat schlechte Augen die er, zu Gunsten eines besseren Fokus, oft zusammenkneift. Das augenfälligste Merkmal jedoch sind seine Gesichtshaare. Ein prägnanter Haarschopf ist bei Felsenpinguinen recht üblich, doch das Gesichtshaar meines Pinguins ist äusserst imposant. Und darum ist er mir auch auf Anhieb sympathisch. Er hebt sich von der Masse ab.

Die Konversation mit dem Pinguin wird zu einer grossen Herausforderung. Einerseits, weil er grundsätzlich nicht sehr viel kommuniziert und andererseits, weil seine Ausdrucksweise für mich eher ungewohnt ist. Aber wir verstehen uns am Ende prima. Ein paar Missverständnisse sind natürlich nicht zu vermeiden. Als ich ihm von meinen Muskeln erzähle meint er, ich spräche von meinen Muscheln. Naheliegend, denn sein Lebensraum ist ja der Ozean. Obwohl wir uns in diesen gemeinsamen Stunden recht nahe kommen, bleibt uns doch zu wenig Zeit um unsere unterschiedliche Herkunft, Kultur und unseren Lebensstil zu erforschen. Ich glaube zwar, dass der Pinguin und ich uns in gewissen Dingen sehr ähnlich sind. Mit meiner Pinguin-Kenntnis steht es jedoch nicht zum Besten. Ich hoffe sehr, dass ich meinen ungewöhnlichen Kameraden noch einmal treffe, bevor er auf einer Eis-Scholle für immer davon treibt.