Springelingeling.

Es ist Frühling! Und ich werde etwas überwältigt von den guten Gefühlen die dieser Frühling so mit sich bringt. Und damit erklärt sich auch meine Schreibpause. Ich mochte nicht bei eitel Sonnenschein im Sumpf meiner schwarz-grauen Gedanken rumwühlen. Dort im Dunkeln, wo Würmer und Maden leben. Nicht jetzt, wo die Vöglein fröhlich ihr Morgenlied zwitschern, die Blümlein aus der Erde ploppen, der Schnee sich in Sulz und dann in Sturzbäche verwandelt. Nicht jetzt, wo im Nachbarsquartier eine Hipster-Metzgerei eröffnet. Denn jetzt sind meine Gedanken bunt und leicht, sie schweben. Wie ein Milan, der über Brachland kreist und nach Mäusen Ausschau hält.

In der neuen Hipster-Metzgerei kann man bestimmt keine Mäuse kaufen, denn in der Hipster-Metzgerei werden nur Hipster-Tiere verarbeitet. Das Hipster-Schlachtgut wird vom Hipster-Metzger persönlich beim Bio-Hipster-Vieh-Produzenten abgeholt. Er fährt zu diesem Zweck mit seinem speziell entwickelten Lasten-Dreirad mit Kühlmodul zum Bio-Hipster-Vieh-Produzenten. Geht es bergab, flattert das Bärtchen vom Hipster-Metzger fröhlich im Fahrtwind. Geht es bergauf, sieht man ihm die Anstrengung nicht an. Er trägt eine Schürze. Immer. Auch auf dem Lasten-Dreirad. So ein geiler Siech! Hat er dann seine Hipster-Tier-Teile, sprich Rinds-, Kalbs-, Schweine- und Schafshälften sicher in die Hipster-Metzgerei gekarrt, werden diese liebevoll zerkleinert. Dafür verwendet er gewebeschonende Sägen, Hackbeile und natürlich Messer. Diese Messer werden ausschliesslich für den Hipster-Metzger von blinden japanischen Mönchen aus dreilagigem blauen Papierstahl gefertigt. Die blinden Mönche leben asketisch in einem Kloster auf einer der Ryūkyū-Inseln. Welche, bleibe hier verschwiegen. Das gesamte Werkzeug wie auch das Lasten-Dreirad sind mit dem Logo der Hipster-Metzgerei gebrandet. Sie heisst La Culotte. In der Auslage des Ladens werden die liebevoll zellschonend zerkleinerten Stücke hipster-gerecht inszeniert: «Regula. Weiderind. Von Hand zerkleinert.» «Dolly. Lamm. Am Knochen.» «Felix. Schwein. In Scheiben.» Natürlich gibt es in der Hipster-Metzgerei nicht nur Fleisch. Sondern auch Ketten-Öl fürs Fixie, Grooming-Artikel für den Bart und spezielle Körperpflege-Produkte aus geklärtem Schweineschmalz. Es wird alles vom Tier verarbeitet, vom Schwanz bis zur Nase. Mittags gibt es für die hungrigen Bürolisten Hipster-Burger vom Smoker. Von Montag bis Freitag steht man dann an für den Beef-Lavendel-Fenchel-Pattie, den Chicken-Chillme-Schoggi-Chunky, den dirty Oink-oinker mit Sauerkraut oder den Grünerbsen-Cranberry-Spinat-Spicker. Der Hipster-Burger kostet CHF 18.50 und wird stilgerecht, in einem wiederverwendbaren La Culotte-Speckpapier und einer kompostierbaren La Culotte-Serviette serviert. Man munkelt, in der Hipster-Metzgerei würden später auch Konzerte von angesagten Indie-Bands und Poetry-Slam-Abende veranstaltet. Auch ein Flohmarkt mit den blinden Mönchen sei geplant. Man wünsche der Hipster-Metzgerei viel Erfolg!

Dann noch das: Mutter braucht ein neues Sofa. Wuffy Brown ging zurück nach Amsterdam auf sein Hausboot. Frau Schnuzetti hat ihren zweiten Halux operiert. In meinem Lieblings-Kaffee gibt es eine neue Brause: Bitter Calamansi. Schmeckt super-lecker! Die Rhabarber-Schorle von Müller mag ich trotzdem auch noch sehr. Auf der Engstligenalp laufen die Lifte noch bis anfangs Mai. Ich habe einen Pinguin kennengelernt und mir einen Overall von Freitag bestellt.

Frühling, ich mag dich!

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