Brainfreeze und wie Herr Austin die Welt rettet.

Neulich brauchte meine Schwedische Schneekanone einen Service. Wäre ich ein Mann aus Schweden, könnte man diesen Satz gänzlich falsch verstehen. Man muss ja wirklich aufpassen was man sagt heutzutage, denn es gibt so viele Missverständnisse zum Thema Sexualität. Die Verwirrung der Menschheit geht ins unermessliche. Quo vadis mit dem Penis? Das wäre dann auch grad der Titel eines meiner nächsten Beiträge.

Aber nun zurück zum Thema: Ich bin kein Schwede mit einer Kanone, ergo, Auto musste in die Garage. Und jetzt muss ich noch einmal eine Schlaufe drehen. Denn eigentlich wollte ich über das Phänomen des Brainfreeze schreiben. Aber nun kam mir irgendwie Paul Austin dazwischen. Es gibt jedoch einen erweiterten Zusammenhang zwischen dem, was Herr Austin so tut und meinen Brainfreezes. Die klassische Definition des Brainfreeze ist übrigens Kältekopfschmerz. Die Brüder vom Brainfreeze sind der Wasabi-Kick und die Chilli-Finger. Ich verwende den Ausdruck Brainfreeze jedoch gerne für den Beschrieb derjenigen Situationen, in welchen ich bei vollstem Bewusstsein irrationale Dinge tue. Also Momente, in denen das Gehirn offline geht aber die Motorik weiterhin funktioniert. So wie wenn man eine Eidechse entzweit und das Schwänzchen noch weiter zuckt.

Also, ich hole mein Auto aus der Garage, es ist zum Glück in einwandfreiem Zustand aber es braucht ganz dringend ein paar Liter Diesel in den Bauch. Also fahre ich zur nächsten Tankstelle. Die Zapfsäule links ist leider besetzt und ich habe keine Lust zu warten, so nehme ich die Säule rechts. Dann setzt er ein, der Brainfreeze. Ich fahre nämlich zu nahe an die Säule und kann kaum aussteigen. Logischerweise korrigiere ich meine Position nicht, sondern quetsche mich sehr elegant und mit einem «it’s under my control guys»-Lächeln aus dem Auto. Es tut ein wenig weh. Da steh ich dann eingeklemmt zwischen Auto und Säule und stelle fest, dass ich den Tankdeckel nicht geöffnet hab. Und ich kann den Knopf nicht erreichen, weil ich die Türe nicht weit genug öffnen kann.

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Nina Burri sonnt sich die Innenschenkel.

Kein Problem, wenn ich Nina Burri wäre. Aber bin ich nicht und werde es auch nie. Obwohl, es muss schon etwas echt Tolles sein, wenn man sich zum Beispiel im Alpenrösli locker in der Sackmesserpose auf dem Barhocker fläzt und mit den Füssen Shots in die Runde gibt. Aber nun zurück zum Thema.

Also, komme nicht an den Knopf und muss auf der anderen Seite ins Auto kriechen. Beim Wiederhochkommen schlage ich mit dem Kopf voll an den Rückspiegel. Nun wäre ich zum Tanken bereit und schiebe das Kärtchen in den Automaten, wähle die Säule und ziehe den Schlauch einmal ums Heck und stecke ihn ins Loch. Aber nichts passiert. Also, alles wieder auf Start, nochmals Kärtchen, nochmals am Schlauch ziehen, aber auch beim zweiten Mal passiert nichts. Ich gebe auf. Mein Hirn setzt wieder ein und ich realisiere, dass der Mann neben mir das ganze Schauspiel beobachtet hat. Ich schäme mich nicht, sondern bin froh, dass ich einen Beitrag für die Stärkung des gebeutelten Mannes leisten konnte, indem ich ein bekanntes Cliché bestätigte. Natürlich könnte ich hier eine ganze Liste von Brainfreezes aufführen, aber der Beitrag soll ja kurz sein.

Nun noch kurz zu Paul Austin, 28-jähriger Schönsel (= hübscher Schnösel) und Entrepreneur aus dem Silicon Valley. Er empfiehlt dem arbeitenden Volke, insbesondere den freiberuflichen Kreativen (also auch den Bloggern), sich zur Steigerung der Effizienz regelmässig Minidosen LSD einzuverleiben. Denn dank solcher könne man Dinge anstatt in 40 Stunden bereits in 20 erledigen und hätte dann mehr Zeit für Familie, Freunde und Reisen. Zitat: «Wer LSD in Microdosen nimmt, wird künftig die Arbeitswelt beherrschen». Ginge es nach ihm würde eine Gesellschaft, in der alle Menschen microdosen, so aussehen: «… es kann gut sein, dass sich dadurch auch politische Systeme verändern würden, Menschen sich anders organisieren und beispielsweise den Nationalsozialismus überwinden.» Und somit wäre die Welt gerettet! Aber klar doch, kann ich mir gut vorstellen wie harmonisch dann alle am frühen Nachmittag in der S-Bahn miteinander nach Hause fahren. Da wird zusammen gelacht, geküsst, gesungen und mit Buntstiften gemalt. Damit das Ganze aber nicht aus dem Ruder läuft und zu einem globalen psychedelischen Horror-Trip mutiert, kann man bei Herr Austin ein 30-Minuten LSD-Coaching für 127 Dollar buchen.

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