Magnetismus (und Staubsaugen).

Gewisse Dinge, Orte und Menschen ziehen mich magnetisch an. Der Moment, in dem die Anziehung passiert, ist vergleichbar mit dem Moment, in dem man mit dem Staubsaugerrohr den Vorhang erwischt. Man muss den Stoff dann mit etwas Gewalt wieder aus dem Rohr ziehen: Plopp. Einmal habe ich ein Unterhöschen eingesaugt. Es hat sich im Rohr verfangen, dort wo sich der Lüftungsschlitz befindet, und ich hatte meine gute Mühe dieses wieder heraus zu puhlen. Der Sauger wollte es einfach nicht mehr hergeben. Natürlich habe ich den Kampf am Ende gewonnen. Auch Socken sind gefährdet. Was ich jedoch äusserst gerne einsauge sind grosse Spinnen. Danach verschliesse ich das Rohr mit einem Zeitungsknäuel damit das Tierchen nicht wieder heraus spaziert. Möglicherweise mit meinem Höschen an. Ja, klar, mir ist die tierfreundliche Methode mit dem Glas und dem Karton durchaus bekannt. Aber ich zittere beim Einfangen immer mega fest, sodass der Karton wegrutscht und ich unter hysterischem Gekreische alles fallen lasse und davonrenne. Kennen wir doch, oder?

Früher, als kleines Mädchen, wurde ich beispielsweise von FrRIPiedhöfen angezogen. Mit meiner violetten Steppjacke und einem Steckenpferd mit roter Mähne ging ich auf Erkundungstour. Auch echte Pferde zogen mich an. Wenig später dann war es der Reitlehrer der Scuderia in Losone, der stark magnetisch auf mich wirkte. Ich habe ihm einen ganzen Misthaufen voll Liebesbriefe geschrieben. Meine Gefühle blieben unerwidert. Der Magnetismus mit Pferden hält jedoch bis zum heutigen Tag an. Friedhöfe finde ich nicht mehr so toll.

Als Teenager waren es dann meine besten Freundinnen Andrea und Andrea, von denen ich fast nicht mehr loskam. Wir haben so einiges erlebt! Den ersten schlimmen Herzschmerz, duerbekiffte Nächte und Wochen, Tetra-Pak-Getränke mit Schimmelpilz und andere Grenzerfahrungen. Der Staubsauger-Plopp-Moment kam dann, als wir langsam erwachsen wurden und ich irgendwann wegzog.

Doch der Grösste und konstanteste Magnet in meiner Welt ist das Meer. Dazu gehört alles was unter, auf, im und um das grosse Nass passiert. So kann ich zum Beispiel stundenlang auf’s Meer starren oder als Totenmännchen im lauwarmen Wasser schweben. Auch werde ich eigentlich nie seekrank. Ich liebe den Meer-Geruch, die Geräusche und den Farb-Wechsel, wenn die Sonne auf- und untergeht. Ich mag grosse Wellen genauso wie die spiegelglatte Glitzer-Oberfläche. Fische mag ich auch. Doch mir gefällt nicht nur das warme Meer, sondern auch das kalte. Vorausgesetzt natürlich, ich muss nicht darin schwimmen. Ein Spaziergang entlang den Stränden von San Sebastiàn und Biarritz – im Februar zum Beispiel – ist wunderbar.  Und es gibt dort Menschen, die dem Magnetismus noch viel stärker ausgesetzt sind als ich:

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Auf der Osterinsel gibt es, nebst traurigen Moai’s, auch diesen ovalen Stein «Te pito kura», welcher als «Nabel der Welt» bezeichnet wird. Er soll magnetische und übernatürliche Kräfte haben, «mana». Man sagt, dass dieses «mana» unter anderem die Fruchtbarkeit steigert. Ich war dort. Vom «mana» habe ich nichts gespürt. Obwohl es mich recht viel Money kostete um dorthin zu kommen. Für mich ist die Osterinsel der schönste Ort der Welt. Sie gehört geografisch zu Polynesien, politisch zu Chile und ist 3,800 km oder 5 Flugstunden von der Chilenischen Küste entfernt. Es gibt dort mehr Wildpferde wie Menschen. Und einen Friedhof.
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