#meTinder.

Dieser Blog-Eintrag handelt von Tinder. Und auch von meinem Beziehungsstatus. Es gibt einen Zusammenhang. Glaub ich, irgendwie. Aber zu Beginn hier eine Warnung: Es werden Tinder-Profile gezeigt. Eures ist bestimmt nicht dabei und ich habe die Personen so gut als möglich/notwendig unkenntlich gemacht. Aber ein wenig Fleisch am Knochen oder Hode am Mann braucht es dann doch damit man versteht von was ich schreibe.

Aaaalso, ich bin ja Single. Das wissen die Meisten die mich kennen oder meinem jungfräulichen Blog folgen (Herzlich Willkommen Schwaderloch!) und ich bin 39. Nein, nein, das soll euch jetzt nicht traurig machen oder verwirren, das ist doch voll okey. Mir geht es gut. Wirklich. Ich habe mir zum Znacht ein kleines dreihundertfünfzig-grämmiges Kalbskotelett mit Süsskartoffel-Schnitzchen und Quoten-Gemüse zubereitet und in greifbarer Nähe steht ein Gläschen Rotwein. Und neben dem Gläschen steht natürlich auch ein Fläschchen. Es läuft Musik eines Radiosenders den ich mag, das Licht ist gedimmt, auch ein Kerzlein brennt und ich sitze total bequem auf meinem Stühlchen und geniesse den Rundblick in meine neue Wohnung unter dem Dach. Ein echter Glücksmoment. Ob ich diesen gerne mit jemandem, vorzugsweise einem Mann, teilen möchte? Klar doch! Leidenschaftlicher Sex zur Verdauung? Sofort! Danach gemeinsam die Knochen abnagen? Keine Frage! Nur woher den Mann nehmen? Und wäre es dann noch der selbe Glücks-Moment?
Doch halt, jetzt gehts ja irgendwie um Tinder. Für alle die Tinder nicht kennen:
Tinder (dt. Zunder) ist eine App, die das Ziel hat, das Kennenlernen von notgeilen Menschen in der näheren Umgebung zu erleichtern. Sie wird zur Anbahnung von Dreiern, ONS (One Night Stands – jetzt weisst du endlich für was das Kürzel steht) oder zum Knüpfen von echt langfädigen Chat-Stricken verwendet.

„Hallo“
„Hoi“
„Wo wohnsch?“
„Schwaderloch“
„Wo isch das?“
„Im Aargau“
„Häts bi eu au gschtürmt?“
„Ja, megakrass“
„Bisch single“
„Ja, gschide, han aber än Hund. Häsch au Tier?“
„Ja, Filzlüüs, gänd mega vill Arbet“
… usw.

Ein Tinder-Profil kann man ausschliesslich via Facebook anlegen. Name, Beruf, Ausbildung und das Profilbild werden dann automatisch übernommen. Und auch sonst noch ganz viele Daten, weil diese dann wichtig für den Algorithmus sind (und für den zukünftigen Arbeitgeber). Für die Erstellung des Profils kann man max. 6 (!) Bilder hochladen, einen 150-Zeichen-Beschrieb darunter brünzeln, den Instagram-Account verknüpfen und die Lieblings-Songs reinhängen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt (ausser diejenigen des eigenen Intellekts)! Und jetzt können die Spiele beginnen. Starte ich also Tinder werden mir Profile die meinem Filter (Geschlecht, Alter, KM-Radius) entsprechen angezeigt. Mittels swipen (weltweit 1,4 Milliarden Swipes pro Tag) kann ich diese liken, superliken oder unliken. Wenn das gelikte Profil mich auch geliket hat, dann gibt das einen Match und ich kann mit dem Profil kommunizieren und zwar auf dem Tinder-Chat, welcher von der NSA mitgelesen wird.

Und was trifft man da so auf Tinder? Siehe selbst:

IMG_1505.jpgIMG_1506.jpg

Und dazu kommen noch Anbieter von diversen (Gratis)-Dienstleistungen wie Tantra-Massagen, Akt-Fotografie, Portrait-Malerei, Stoffpony-Reiten, etc.

Ich weiss, es macht mich immer wieder von Neuem ein wenig sprachlos, wenn nicht gar ich daran verzweifeln könnte weil sich mir die Frage aufdrängt: Sind das nun die Fische in meinem Ozean? Die Tiere in meiner Wildnis? Die Männer, mit welchen ich meinen Glücksmoment geniessen möchte?

äh nei, ächt nöd imfall! #menot

Dieser Blog-Eintrag endet hier. Nicht jedoch mein Single-Dasein. Ich werde es noch ein wenig geniessen. Und dann, wenn die Zeit reif ist, dann wird der Hecht unter mein Eisloch schwimmen und ich werde ihn fangen. Und ihm das Genick brechen. Äh, in meinen Köcher legen. Also, ihr wisst schon …

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